Kaum ein Spielautomat hat in deutschen Spielhallen so viel Kultstatus wie Alles Spitze von Merkur. Das ungewöhnliche Ein-Walzen-System, die drei Gewinnleitern und der gefürchtete Teufel, der alle gesammelten Gewinne auf null setzt – das macht den Slot einzigartig. Doch in Online Casinos ist Alles Spitze nicht mehr zu finden.
Welche legalen Alternativen es gibt und wo Alles Spitze im Kontext anderer Online Casinos einzuordnen ist, erfahren Sie in der Topliste von Frank Müller auf BILD.de. Dieser Artikel erklärt, warum der Kult-Slot aus dem Netz verschwunden ist und was dahintersteckt.
Was Alles Spitze so besonders macht
Alles Spitze bricht mit fast allem, was einen typischen Spielautomaten ausmacht. Statt fünf Walzen gibt es nur eine einzige. Statt Gewinnlinien gibt es drei Leitern, die Stufe für Stufe nach oben klettern. Erscheint ein Glückssymbol (Käfer, Münze oder Kleeblatt), steigt die entsprechende Leiter eine Stufe. Das Merkur-Wild erhöht alle drei gleichzeitig.
Der Clou: Das Teufel-Symbol setzt alle gesammelten Gewinne auf null zurück. Erreicht eine Leiter die Spitze, bevor der Teufel erscheint, gibt es den Cashpot. Dieses Alles-oder-nichts-Prinzip erzeugt eine Spannung, die klassische Walzen-Slots selten erreichen. Mehr über die Besonderheiten von Merkur-Automaten gibt es hier auf automaten-partner.de.
Warum Alles Spitze online nicht mehr verfügbar ist
Die Geschichte beginnt 2017. Im Zuge der Paradise Papers geriet Gauselmann-Gründer Paul Gauselmann in die Kritik: Das Unternehmen hatte Merkur-Slots über Offshore-Tochtergesellschaften an Online-Casinos lizenziert, die gezielt deutsche Spieler ansprachen – obwohl Online-Glücksspiel in Deutschland damals noch gar nicht legal war. Die Reaktion: Gauselmann zog die von Edict eGaming programmierten Merkur-Slots aus dem Netz.
Entscheidend: Nur die Edict-Versionen hatten die Risikoleiter. Die Versionen von Reel Time Gaming (RTG), die bei einigen Anbietern überlebten, bieten lediglich das Kartenrisiko (Rot-Schwarz-Wahl) als Alternative. King of Luck auf Sunmaker war genau so eine RTG-Version – optisch nah am Original, aber ohne die echte Risikoleiter.
Mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 und der GGL-Lizenzierung hat Gauselmann den Online-Markt zwar wieder betreten (über Merkur Slots, JackpotPiraten und BingBong), aber mit einem stark reduzierten Katalog von anfangs nur rund 90 Titeln. Edict hat Alles Spitze im August 2021 zwar als Online-Version programmiert, doch die GGL hat den Slot bisher nicht freigegeben. Die Behörde prüft jeden Online-Slot in einem Langzeittest – und bei Alles Spitze steht die Freigabe noch aus.
Passt die Spielmechanik überhaupt zur Regulierung?
Ein häufiges Missverständnis: Die Risikoleiter selbst ist bei GGL-lizenzierten Anbietern nicht verboten. Slots wie Eye of Horus oder Fishin’ Frenzy bieten die Risikoleiter als optionales Feature nach einem Basisgewinn an – und das ist regulär erlaubt.
Bei Alles Spitze liegt der Fall anders: Das gesamte Spiel IST die Leiter. Es gibt kein klassisches Walzenspiel mit Gewinnlinien, keinen Basisgewinn, der optional in die Risikoleiter überführt wird. Stattdessen besteht die komplette Spielmechanik aus dem Stufensystem – eine einzige Walze, drei Leitern, der Teufel als Reset. Ob dieses Konzept unter die GGL-Definition eines „virtuellen Automatenspiels“ fällt, ist zumindest fraglich.
Dazu kommen technische Hürden: Die 5-Sekunden-Regel zwischen zwei Spielrunden, das 1-Euro-Einsatzlimit und das Autoplay-Verbot müssten für ein Spiel umgesetzt werden, das in der Spielhalle auf schnelle, aufeinander aufbauende Runden ausgelegt ist. Das Spielgefühl von Alles Spitze lebt von der Geschwindigkeit – und genau die wird durch die GGL-Vorgaben erheblich gedämpft.
King of Luck: Die RTG-Version ohne Risikoleiter
Zwischenzeitlich existierte eine Online-Version von Alles Spitze unter dem Namen „King of Luck“ auf der Plattform Sunmaker. Programmiert von Reel Time Gaming (RTG), nicht vom Gauselmann-eigenen Studio Edict eGaming. Optisch nah am Original, aber mit einem entscheidenden Unterschied: King of Luck hatte keine Risikoleiter, sondern nur das Kartenrisiko als Gamble-Option.
Der RTP von Alles Spitze liegt laut BILD.de bei 87,85 Prozent – deutlich niedriger als bei den meisten Online-Slots. King of Luck kommt dagegen auf 98,91 Prozent. Dieser Unterschied zeigt, wie stark die Auszahlungsquoten selbst zwischen Varianten desselben Spiels schwanken können. Generell fallen die Quoten bei stationären Geldspielautomaten oft niedriger aus als bei ihren Online-Pendants.
Welche Alternativen es gibt
Für Fans des Alles-Spitze-Spielprinzips gibt es eine naheliegende Alternative: Magic Monk Rasputin von Merkur. Der Slot nutzt dasselbe Leitersystem, dieselben Steps und denselben Cashpot – nur statt Glückssymbolen taucht ein verrückter Mönch auf. Magic Monk Rasputin ist bei einigen GGL-lizenzierten Anbietern online verfügbar.
Weitere Merkur-Klassiker, die online spielbar sind: Eye of Horus, Fruitinator, Fishin’ Frenzy und El Torero. Allerdings hat keiner dieser Slots das ungewöhnliche Ein-Walzen-System von Alles Spitze.
Fazit: GGL-Freigabe steht noch aus
Alles Spitze ist aktuell ein Spielhallen-Exklusivtitel – aber möglicherweise nicht für immer. Die Online-Version existiert seit August 2021, die GGL-Freigabe steht aber noch aus. Die Gründe sind eine Mischung aus Konzernhistorie (Paradise Papers, Edict-Rückzug), regulatorischer Prüfung und der Frage, ob das ungewöhnliche Stufensystem zur GGL-Definition passt. Für alle, die nicht warten wollen, bleibt King of Luck die n00e4chstliegende Alternative – oder der Gang in die Merkur-Spielhalle.
Ein Punkt ist dabei wichtig: Taucht Alles Spitze auf einer Online-Plattform auf, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen unlizenzierten Anbieter. Seriöse GGL-Spielotheken bieten den Slot aktuell nicht an. Die GGL-Whitelist auf gluecksspiel-behoerde.de zeigt, welche Anbieter tatsächlich lizenziert sind.



